Dinner for one à Baiona

Ich gehe erstmal an den Strand, mich von der Reise zu erholen. Nach den harten Bergwanderungen tut der weiche Sand meinen Füßen gut.
„Der Stand“, was soll das sein? Er ändert sich jeden Moment. Bewegt sich das Wasser überhaupt oder schwappt hier nur Energie?
Ich stelle mich mit den Füßen auf den Sand und beobachte, wie das abfließende Wasser mich langsam versinken lässt.
Wieviele einsame Touristen sind hier schon versunken. Wieviele Leichen hast der Sand im Keller? Aber wir sind hier nicht in der Normandie.
Die ständige Veränderung fasziniert mich. Im Gebirge, genau wie am Strand. Nur sehr sehr viel langsamer.
Hier kann man im Sekundentakt die Transformation der Welt beobachten. Am Wilden Kaiser in Jahrmillionen.
Was nicht heißen soll, dass es im Wilden Kaiser nicht gelegentlich mal rumort. Und das Grollen des Steinschlags ist laut und klingt schmerzhaft.
Das Rollen des Atlantiksands ist dagegen weicher. Leiser. Gefälliger. Aber man bekommt kalte Füße, was nicht gut für den Achilles ist.
Dafür gibt es in den Alpen keine Meerjungfrauen.
Stilleben mit Meerjungfrau, Liebespaar und Bergkette, das gibt es nur in den Pyrenäen.
Bayonne im Abendlicht hinter Meerjungfrauen vor den Pyrenäen. Das bringt mich auf eine Idee! Ich habe Hunger.
Ich hetze also zurück.
Die Unterzuckerung trübt schon meine Sinne beim Blick aufs Meer.
Ich fühle mich farblos.
Oder sind wir doch in der Normandie?
Die entpuppt sich als mein Lieblingsklotz! 100 Tonnen Beton alle paar Meter. Der Atlantikwall.
Mein Lieblingsbild heute: Wie man mit diesem Bunker Feinde abschrecken will bleibt schleierhaft. Ein sehr schönes Objekt.
Ob die zu verkaufen sind? Wer „Rainbow’s Ends“ gelesen hat, der weiß an was ich denke.
Jetzt aber flott! Mein Magen knurrt und Kapitel 3 wartet.
Was sonst sollte ich finden?
Ich suche weiter. Es ist sehr voll überall, die Basken gucken Rugby.
Auch ich gucke Rugby (an der Wand) und bestaune Deckenlampen (an der Decke). Beides ist vogelwild, wie Roman sagen würde.
Komisch. Der Wirt vom Petit Bayonais hatte mir das Le Chistera empfohlen, aber es gibt hier nur baskische Tapas. Entenherzen und Kroketten.
Das Schild am Nebenhaus erklärt meine Verwirrung. Nächstes Mal also.
Ich eile zurück, durch Muster der Lebendigkeit.
Eine Bayonner Einkaufsstraße im Schlafgewand.
Ein Schneider tut sein Nachtwerk. Wie kommt man auf die Idee, dass Sparducks und Goudlas die Innenstädte beleben?
Rugby jedenfalls … es spielen Bayonne gegen ??? in Bayonne … beleben die Instekten- und Fledermäusewelt.
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